Der Sieg von Conchita Wurst im vorigen Jahr hat in diesem Land nicht nur die Freude über dieses Musikfest neu erblühen lassen, sondern vor allem gezeigt, wie gross das Bedürfnis nach Akzeptanz (nicht Toleranz, denn das kommt ja bekanntlich von (er)dulden…) von Menschen ist, die sich durch ihre sexuelle Orientierung abheben und trotzdem oder eben dadurch zur Vielfalt einer Gesellschaft beitragen.

Diversity umfasst aber nicht nur die sexuelle Orientierung, die seit einiger Zeit überwiegend im Vordergrund steht, sondern auch Dimmensionen wie Religion, Herkunft oder auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Monika Kuszynska war die heurigeTeilnehmerin aus Polen. Sie hatte 2006 mit ihrer Band einen schweren Autounfall und sitzt seitdem im Rollstuhl. Wer im Saal das Spektakel erlebte, konnte beobachten, wie Monika Kuszynska hier auf ein Bühnensystem traf, das nicht Barrierefrei war. Sie musste auf ihren Einzug durch den Saal auf die Bühne zum Teil verzichten, war darauf angewiesen über die Treppen auf die Bühne getragen zu werden, ebenso wie in den Greenroom, den sie somit ohne fremde Hilfe nicht verlassen konnte. Btw die Loge für die Gäste mit besonderen Bedürfnissen, war mit einer Rampe ausgestattet…

In solchen Momenten kommt mir eine unheimliche Betroffenheit hoch. Wie kann es sein, dass eine Organisation derartig unbedacht handeln kann? oder hat man sich gar gedacht, dass Design vor den Bedürfnissen eines einzelnen Menschen steht? Gar zu schweigen, das derartige Bedürfnisse hinter dem Mantel des Budgets verschwinden…
Was wäre es doch für ein unheimliches Zeichen gewesen eben auf alle TeilnehmerInnen zu achten und eine Bühne zu designen, die wirklich zu allen Menschen Brücken baut?
Und wie muss sich die Teilnehmerin in diesen Situationen gefühlt haben? Vermutlich hat sie irgendwann auf das Logo geschaut, „Building Bridges“ stand da… Na vielleicht sind diese Brücken das nächste Mal barrierefrei…
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